PV-Anlage nachrüsten

PV-Anlage nachrüsten

Eine Photovoltaikanlage ist kein Produkt, das man kauft und aufstellt. Sie ist ein Vorhaben mit mindestens drei Beteiligten: dem Betrieb, der Module und Wechselrichter liefert, dem Elektriker, der den Zählerschrank anpasst, und dem Netzbetreiber, der die Anlage anmelden und freigeben muss. Zwischen dem ersten Angebot und dem Tag, an dem die Anlage tatsächlich einspeist, liegen deshalb selten weniger als drei Monate — und der längste Teil davon ist Warten auf Termine und Bestätigungen. Diese Seite zeigt, was dazugehört, was es ungefähr kostet und woran es meistens hakt. Am Ende kannst du dein Vorhaben beschreiben — Bundleo stellt daraus einen Vorschlag aus Betrieben in deiner Nähe zusammen.

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So gehst du dein Vorhaben an

  1. Dach und Verbrauch prüfen: Ausrichtung, Neigung, Verschattung, Jahresverbrauch Angebot einholen und Anlagengröße festlegen Zählerschrank prüfen — oft der eigentliche Kostentreiber Netzanschluss beim Netzbetreiber anmelden Montage: Unterkonstruktion, Module, Wechselrichter Elektrischer Anschluss und Zählerwechsel Inbetriebnahme und Anmeldung im Marktstammdatenregister Optional: Speicher und Wallbox nachrüsten

Häufige Fragen

Was kostet eine PV-Anlage?

Als Orientierung: 1.300 bis 1.800 € pro Kilowattpeak, schlüsselfertig. Eine typische Anlage mit 10 kWp liegt damit bei 13.000 bis 18.000 €. Was den Preis nach oben treibt: ein Zählerschrank, der erneuert werden muss (2.000 bis 4.000 €), ein Ziegeldach mit schwieriger Statik, oder Gerüstkosten bei mehr als zwei Vollgeschossen. Ein Batteriespeicher kommt mit 700 bis 1.000 € pro Kilowattstunde dazu. Ob er sich rechnet, hängt stark vom eigenen Verbrauchsverhalten ab — wer tagsüber außer Haus ist, profitiert deutlich mehr davon als jemand im Homeoffice.

Lohnt sich das noch?

Rechnerisch fast immer, wenn du den Strom selbst verbrauchst. Der Eigenverbrauch spart den vollen Strompreis; die Einspeisevergütung liegt weit darunter. Entscheidend ist deshalb nicht die Anlagengröße, sondern der Anteil, den du selbst nutzt. Ohne Speicher liegt der typischerweise bei 25 bis 35 Prozent, mit Speicher bei 55 bis 70. Die Amortisation liegt bei einer Anlage ohne Speicher meist bei 9 bis 12 Jahren, mit Speicher eher bei 12 bis 15. Module halten 25 bis 30 Jahre, der Wechselrichter meist 12 bis 15 — mit einem Austausch ist zu rechnen.

Brauche ich eine Genehmigung?

Eine Baugenehmigung in der Regel nicht — Aufdachanlagen sind in allen Bundesländern verfahrensfrei. Ausnahmen: denkmalgeschützte Gebäude und Anlagen in Gestaltungssatzungsgebieten. Zwingend erforderlich sind dagegen zwei Anmeldungen: beim Netzbetreiber vor der Installation, und im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme. Beides übernimmt üblicherweise der Installateur. Bei Eigentumswohnungen oder Doppelhäusern kann die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft nötig sein.

Wie lange dauert es?

Die Montage selbst dauert ein bis drei Tage. Bis die Anlage einspeist, vergehen meist drei bis sechs Monate. Der Grund ist selten der Handwerker, sondern der Netzbetreiber: Anmeldung, Prüfung und Zählerwechsel brauchen ihre Zeit, und die Fristen sind je nach Region sehr unterschiedlich. Wer im Frühjahr beauftragt, speist realistisch im Spätsommer ein. Eine Anlage darf bis zur Freigabe des Netzbetreibers nicht betrieben werden.

Warum brauche ich mehrere Betriebe?

Module, Unterkonstruktion und Wechselrichter kommen vom Solarbetrieb. Der Zählerschrank und die Einbindung in die Hausinstallation gehören zum Elektriker — Arbeiten am Zählerplatz darf nur ein beim Netzbetreiber eingetragener Elektrofachbetrieb ausführen. Manche Betriebe decken beides ab, viele nicht. Wenn nicht, müssen die Termine aufeinander abgestimmt sein: Die Module nützen nichts, solange der Zählerschrank nicht fertig ist. Kommt eine Wallbox dazu, ist das ein dritter Abstimmungspunkt — sie sollte gleich mitgeplant werden, weil die Leitungswege dieselben sind.

Speicher und Wallbox gleich mitmachen oder später?

Die Leitungen gleich mitverlegen, die Geräte gegebenenfalls später kaufen. Ein Speicher lässt sich bei den meisten modernen Wechselrichtern nachrüsten — aber nur, wenn der Wechselrichter dafür ausgelegt ist. Das muss vor dem Kauf feststehen, ein Austausch später kostet vierstellig. Bei der Wallbox ist der Leitungsweg der teure Teil, nicht das Gerät. Wer die Leitung bei der PV-Montage mitverlegen lässt, spart später den doppelten Aufwand.